Sonntag, 31. Juli 2016

Sonntagskino: Ins Bild gemogelt

Großartig wenn in der perfekten Fernsehwelt mal wieder etwas schief läuft, oder sich jemand ins Bild mogelt.

Ich erinnere mich immer noch mit einem Grinsen an den Raumpfleger, der bei den Nachrichten im Hintergrund wischt und sogar "Moin" ruft.

So eine Szene habe ich jetzt für Euch aus Australien und die junge Dame im Hintergrund hat das Down Syndrom und klaut einem echt das Herz.

Viel Spaß beim zuschauen


Samstag, 30. Juli 2016

Lesetipp: Amber und ihr Esel

Amber und ihr Esel ist ein Buch von der lebensrettenden Kraft einer Freundschaft zwischen Mensch und Tier und zwar für beide Seiten.

Natürlich lese ich, als Mutter einer Tochter mit Behinderung solche Bücher ganz anders, denn meine Erfahrungen sind anders als die von den meisten Müttern, doch hören wir erst einmal was der Verlag über das Buch sagt:

"Als Shocks, der Esel, auf einer irischen Farm seinem Schicksal überlassen wurde, war es fraglich, ob er sich jemals wieder erholen würde. Als Amber mit nur 26 Wochen als Frühchen zur Welt kam, war auch ihr Schicksal ungewiss. Ein Luftröhrenschnitt rettete ihr Leben, doch die Ärzte teilten Julian und Tracy Austwick mit, dass ihre Tochter nie würde sprechen können. Später stellte sich heraus, dass sie außerdem an Kinderlähmung litt. Die Austwicks waren verzweifelt. Irgendwann griffen sie nach einem letzten Strohhalm und brachten ihre Tochter in ein Esel-Therapiezentrum, wo das Unglaubliche geschah: Die kleine Amber und der Esel Shocks begegneten sich wie Seelenverwandte und halfen einander, ihre Verletzungen zu heilen. Dank Shocks kann Amber heute sprechen und laufen, und auch der Esel ist mittlerweile gesund und voller Lebensmut. Es ist die bewegende Geschichte einer einzigartigen Freundschaft."


Das Buch liest sich wie ein Roman, ist aber ein Tatsachenbericht, als Autoren zeichnen zwar Julian und Tracy Austwick, die Eltern von Amber, doch man spürt, das Buch hat einen Ghostwriter und das wird dann im Danksagungsteil auch kurz erwähnt.

Manche Begriffe wurden wohl schlecht übersetzt, wie gesagt, ich bin viel zu tief in dem Thema drin, so ist die Ernährung über einen Zugang (Sonde) im Bauch im Deutschen auch ein Button und ganz sicher kein Druckknopf, und bereits im Verlagstext war ich irritiert warum sich ein Frühchen Kinderlähmung einfangen kann. Kinderlähmung, auch Polio genannt, ist eine Viruserkrankung und hat mit der Lähmung die Amber hat nichts zu tun. Vielleicht liest ja jemand vom Goldmann-Verlag meine Rezension und achtet bei der nächsten Ausgabe darauf.
Das sind jetzt aber wirklich Kleinigkeiten, die mir eben auffallen und mich leicht stolpern lassen.

Das Buch erzählt abwechselnd die Geschichten vom geschundenen Esel Shocks und die von den zu früh geborenen Zwillingen Amber und Hope. Viel wörtliche Rede und Beschreibung der Gemütszustände der ganzen Akteure macht das ganze Szenario viel greifbarer beim lesen und lassen es fast wie ein Roman wirken.

In der Mitte des Buches sind 8 farbige Fotoseiten, damit man sich auch ein Bild von Amber und Shocks machen kann.
Besonders lustig fand ich und es ist mir tatsächlich erst in der Mitte aufgefallen, der Mini-Esel der am Anfang jeden Kapitels ein Punkt weiter nach rechts läuft, dieses sind liebevolle Kleinigkeiten, die ich an Büchern liebe, genau wie die beiden großen Klappen des Taschenbuchs vorne und hinten.
Deshalb mag ich lieber Bücher aus Papier und keine E-Books, lesen ist bei mir immer noch etwas mehr als nur geschriebene Wörter.
Das Titelbild ist übrigens heftigst bearbeitet ;-) das Original kann man auf der facebookseite des Eselzentrums finden und in der englischen Fassung des Buches hält Shocks auch wenigstens noch die Ohren zur Seite; finde ich immer sehr lustig wie hier an der Realität geschraubt wird. (Okay, ich liebe Photoshop ja auch bei kleinen Schönheitsfehlern)

Der Verlag hat ein paar (wenige) große Plüschesel an Kinderkliniken gespendet, mehr darüber findet man hier. Im Buch sah es nach einer größeren Aktion aus, aber besser als nichts und eine tolle Geste.

Ich finde es wichtig, dass diese Geschichte erzählt wurde, denn bei Tier gestützter Therapie denkt man doch meist an Delfine. Natürlich sind dort auch tolle Erfolge zu erzielen, nur würde man solchen Intensivwochen mit anderen Tieren ohne Reise in die Sonne verbinden, hätte man ganz oft sicher ähnliche Fortschritte, aber weit aus geringere Kosten.
Eine fantastische Sache finde ich auch die Verbindung mit Tierrettung und Therapie. Wäre so ein Hof in unserer Nähe wäre meine Hilfe garantiert.
Wir selbst sind auch auf der Suche nach einem Ort an dem Jolina therapeutisch von Tieren behandelt wird, doch hier ist ja ein Hoffnungsschimmer, denn ihre zukünftige Lehrerin wird einen Therapiehund mit in die Klasse bringen.

Dass Shocks von Amber gerettet wurde steht für mich außer Frage, umgekehrt war Shocks für Amber sicher hilfreich, doch zusätzlich war er auch der erste positive Berührungspunkt den Amber hatte.
Das letzte was ich tun möchte ist das Verhalten der Eltern zu bewerten, doch da ich nun schon seit 7 Jahren in der Lage stecke ein Kind mit Behinderung zu haben und seit 6 Jahren auch mit vielen Eltern Kontakt hatte die neu vor der Aufgabe und der Diagnose stehen kann ich nur sagen: "Nicht einigeln, so viel Normalität wie möglich und um Himmels willen die Kinder nicht mit Samthandschuhen anfassen." Natürlich muss man auf medizinische Gegebenheiten Rücksicht nehmen, doch vieles übertreibt man als Eltern.
Zusätzlich funktioniert es besser wenn man Eltern bleibt und nicht zum Krankenpfleger oder Therapeut mutiert, was bei den Eltern von Amber leider im pflegerischen Bereich einfach durch die Umstände so war und somit auch deren Leben in eine Dauerschleife geriet.

Warum ich das so betone?
Mir ist wichtig zu zeigen, dass ein Leben mit behindertem Kind nicht unbedingt das Ende des "normalen" Lebens ist, natürlich muss man sich erst zurecht rütteln und sich Hilfe holen, die es natürlich, jedenfalls in Deutschland, kostenlos gibt.
Im Buch erscheint es, als käme die Familie erst wieder in ihr Gleichgewicht als es Amber besser ging, doch gleichzeitig ist es vielleicht auch anders, Amber geht es besser weil sie plötzlich Kind sein darf und nicht nur Pflegefall.

Noch ein zusätzlicher Bereich des Buches hat mir heftig Bauchschmerzen verursacht, der Aspekt des Geschwisterkindes als "Schattenkind". Bei uns war das nie Thema, unsere Große hat genau so ihre Rechte auf Qualitätszeit, wie unsere kleine behinderte Tochter auch mal zurückstecken muss.
Jedenfalls im Buch erscheint es so, als wäre die auch zu früh geborene Hope, die sicher auch Defizite hat nur ein Anhängsel an Amber und der Grund warum es Amber eigentlich so schlecht geht.
Mag sein, dass es gar nicht so war und es im Text dramatisiert wird, doch mir tat Hope schon gewaltig leid, die erst im Kindergarten aufblühte und enorme Fortschritte machte, weil sie dort Kind sein durfte.

So erzählt "Amber und ihr Esel", der ja gar nicht ihr eigener Esel ist, nicht nur die Geschichte von Esel und Kind, sondern ganz viele andere Geschichten nebenher von Eselrettern und ihren weichen Seelen, von Ärzten, die immer das Schlimmste vorhersehen, weil sie die guten Fälle vielleicht einfach nicht mehr zu sehen bekommen, von Eltern, Tanten und Geschwistern.

Ein wundervolles Buch, das trotz den ernsten Themen Spaß macht zu lesen, weil es ein Happy End hat und zwar eins aus dem realen Leben und schöner als von Hollywood ausgedacht.




Dienstag, 26. Juli 2016

Schnittmuster zu Gunsten Ärzte ohne Grenzen

Manchmal hänge ich etwas hinterher mit dem Zeigen von neuen Schnittmustern, weil ich zum Beispiel mehrere Teile genäht habe und Euch nicht bei jedem Post damit "langweilen" möchte, immerhin ist dies hier ja ein Familienblog, der den Nähblog inhaliert hat und versucht allen Lesern irgendwie gerecht zu werden.

So ein nicht gezeigtes Teil ist eines meiner Lieblingsteile des Frühjahrs, doch bis ich es wegen der Stickdatei darauf zeigen konnte war es klar, dass nEmadA ihren Shop schließt und die Schnitte umziehen. Ich möchte Euch aber keinen Link nennen der bald ins Leere läuft und so habe ich brav gewartet bis alles in trocknen Tüchern war und hatte dann keine Zeit, hahaha.


So kommt es, dass ich euch bei sommerlicher Hitze Bilder zeige mit Jolina in Gummistiefeln in einem winterlich schlummernden Garten.



Über "Tammy" habe ich Euch ja schon hier berichtet, die für Louisa ist jedoch ganz schlicht und schwarz und übrigens schon sehr oft getragen und immer noch heiß geliebt.
Jolinas Tammy habe ich nochmal etwas verspielt genäht mit einem Stoff der mir beim wühlen in die Hände gefallen war.


Jetzt erzähle ich aber wie ihr beim E-Book kaufen auch noch etwas Gutes tun könnt, denn der Verkaufserlös von diesem Schnitt und alle anderen Schnitten von nEmadA die ihr bei Stoff und Liebe kauft gehen an Ärzte ohne Grenzen. das ist doch ein doppelter Grund nicht schon wieder zu fragen ob man den Schnitt wohl auch irgendwo billiger oder sogar als Freebook bekommt.



Das Stickie das ich Schisshase auf Baumwolle gestickt habe und dann erst aufgenäht ist eines der bezaubernden Magic Girls von Janeas Wold, und hätte auch fast den Weg auf Jolinas Schultüte gefunden.


An diesem Tag hatte ich eine so gut gelaunte Jolina-Top-Model im Garten vor der Linse, dass ich euch jetzt einfach ganz viele Bilder um die Ohren haue.





















Schnittmuster: Tammy von nEmadA
Stickdatei: Magic Girls bei Janea oder Der Nadelflüsterer

Stoffe: rosa (Püdile Kombistoff von swafing) blau          (Stoffregal keine Ahnung wo ich den her hatte)
Häkelblume: Hasenohr
Stiefel: Hema




















Montag, 25. Juli 2016

Picknick Open - Feedback

Könnt Ihr Euch noch an meine Blitzverlosung vom 10.7. erinnern?

Wir waren auf ein Open Air Event eingeladen und konnten nicht, daher durfte ich Karten verlosen und dachte wow, so ein Mega-Preis, es werden sich die Leute im Lostopf drängen, aber nö.

Ob es jetzt am Sommerloch liegt, das sich echt bemerkbar macht, oder an der Flut von Gewinnspielen, die Chancen auf einen Gewinn waren echt hoch und es ist mir tatsächlich gelungen jemanden sehr Happy zu machen und habe tolle Bilder bekommen von dem Tag auf der Loreley. Das gute Wetter war übrigens im Gewinn mit drin, haha.


Sieht das nicht einfach nur aus nach: "Da möchte ich auch hin!!!"

Hallo Lieblingsmensch - hautnah




Und am Ende noch ein Feuerwerk.



Ich freue mich total, dass ich jemandem eine Freude machen konnte und sage tausend Dank für die Bilder und die Erlaubnis sie hier zu zeigen.


Alle Bilder von Annette H.

Sonntag, 24. Juli 2016

Sonntagskino: Hilfe für Taim

Natürlich können wir nicht die ganze Welt retten, das wäre wirklich übertrieben, aber so ein kleines bisschen Welt ist für jeden einzelnen sicher möglich und wenn es nur die alte Nachbarin ist, der ihr die Einkäufe nach oben tragt, kleine Dinge bewirken Großes.

Weil ich weiß, dass viele meinen Blog lesen, für die das Down Syndrom kein tägliches Thema ist möchte ich Euch auf eine Aktion aufmerksam machen, die noch nicht all zu bekannt ist, außer in den "Down Syndrom Kreisen"

Jetzt hat "Hilfe für Taim" ein Video erstellt und somit passt es doch wie Faust aufs Auge für das Sonntagskino.
"Der kleine Taim aus Syrien ist zweieinhalb Jahre alt und hat Down-Syndrom (Trisomie 21). Damit verbunden leidet er an einem Herzfehler und wiederkehrenden Lungenentzündungen. Taim benötigt dringend umfassende medizinische Versorgung, um weitere lebensbedrohliche Organschäden zu vermeiden. Die Zeit drängt. Doch eine Behandlung ist in seiner Heimat, der zerbombten Stadt Homs in Syrien, nicht möglich.
Taims Vater Iyad Salaymeh ist über das Mittelmeer nach Deutschland geflüchtet und lebt seit über 9 Monaten in Deutschland. Voller Sorgen wartet er darauf, dass sein Antrag auf Familiennachzug bearbeitet wird und Taim, seine beiden Brüder und die Mutter endlich nach Deutschland einreisen dürfen. In der deutschen Botschaft in Beirut hat er die Papiere für seinen Sohn hinterlegt. Seitdem vergeht die Zeit - Zeit, die Taim das Leben kosten könnte."
Dies ist dem Text der Petition entnommen die ihr hier findet.

Jetzt ist es aber Zeit Euch Taim vorzustellen, Vorhang auf:


Falls Ihr eine Organisation kennt, die sich für Taim stark machen kann, dann meldet Euch bitte bei den Organisatoren von "Hilfe für Taim"

Samstag, 23. Juli 2016

Buchtipp: Geradeaus ist keine Himmelsrichtung von Irene Zimmermann

Ich fühlte mich auf allen 367 Seiten dieses Buches hervorragend unterhalten, doch hört erst mal was der Verlag sagt:

"Karola, Regine und Giulia müssen fliehen – und zwar sofort. Eigentlich wollten sie nur ein Auto von Zürich nach Deutschland überführen, die 1,5 Millionen im Kofferraum gehörten nicht zum Plan. Denn das Geld war sicher nicht für sie gedacht, und irgendwer wird es vermissen. Aber einfach zurückgeben wäre ja auch blöd. Kurzerhand fahren die drei Freundinnen zu Karolas Tante aufs Land, wo sie die kleine Gemeinde und die Männerherzen gehörig durcheinanderwirbeln …"



Der Roman von Irene Zimmermann, sie ist eigentlich bekannt für Kinder- und Jugendbücher, taugt zum lustigen Abendfilm in der ARD und das meine ich jetzt nicht ironisch oder abwertend.

Die Story in der 3 Frauen in den berühmten besten Jahren plötzlich vor der Mafia fliehen ist teilweise natürlich etwas unglaubwürdig, na und sie macht Spaß und lässt grinsen.
Endlich mal keine heißen Endzwanzigerinnen mit knackigen Figuren, sondern normale Frauen in den Wechseljahren mit Hitzewallungen und gescheiterten Beziehungen, Männerphobien, Mogelunterwäsche und ein Leben das schon zu 50% gelebt ist und immer noch nicht wie im Traum ist.

Was ich mich natürlich frage ist, warum die drei dann später bei der Tante angekommen zuerst nur eine Flasche Sherry finden um einen Schluck zu nehmen, dann beim Sherry bleiben und nichts anderes einkaufen, sondern beim Sherry bleiben. ;-)

Wenn ich etwas bemängeln könnte ist, dass die Geschichte zum Schluss etwas hetzt und sich zu viele Dinge innerhalb weniger Seiten auflösen, klären und ereignen.

Das ideale Buch für den Urlaub oder zum lümmeln am Kamin (wobei ich gerade hier die Sonne genieße)




Mittwoch, 20. Juli 2016

Wikinger, diese Welt braucht neue Helden

Nein, Fußball habe ich auch bei der EM eigentlich nicht geschaut. Zu viel Kommerz, zu viele Selbstdarsteller, zu viele Großverdiener, die sich vom "kleinen Mann" anbeten lassen.

Ich weiß, das ist ein wenig verallgemeinert, doch grob zusammenfassen kann man diesen ganzen Fußballzirkus schon so. Hinzu kommen dann "Fans" die ausflippen und aufeinander ein prügeln.
Will ich so etwas sehen? Hat was von Brot und Spiele, nur gab es damals die Toten und Verletzten in der Arena.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen und seltsam es ist national auch sehr unterschiedlich. Schön die Szene mit den irischen Fans in der Bahn, die plötzlich ihre Fangesänge verstummen ließen für ein kleines Kind und dann zusammen ein Schlaflied sangen grölten.

Und dann kamen diese Jungs mit ihren Fans die kaum einer so richtig auf dem Schirm hatte, die "Wikinger", die unheimlichen Nordmänner, die zu alten Zeiten so gefürchtet waren aus dem Land in dem es eine App gibt ob man nah verwandt ist, weil es ein ziemlich geschlossener Genpol ist.

Diese Leute zeigten was es heißt sich verbunden zu fühlen, wie ein Mann zusammen zu stehen.

Beeindruckt haben sie, das merkte man schon daran, wie sie und ihr "Huh" plötzlich nachgeäfft wurden. Das fand ich dann persönlich etwas lächerlich und trotzdem war es ein unsichtbares Verneigen vor diesen Menschen die friedlich ein Fußballfest feierten, die zwar teils auch extrovertiert feierten, aber nie arrogant oder zum Schaden anderer.

Solche Vorbilder braucht unsere Welt. Zusammenhalten und stolz zu seiner Nation und Überzeugung zu stehen, ohne andere zu verachten oder ihnen schaden zu wollen.

Wir sollten es tun wie die Wikinger, die mal so gefürchtet waren.



Und nach dieser Einleitung mache ich einen großen Bogen zu diesem Outfit.
Als Christina von rosarosa zum Probenähen für ihre neue Babyhose rief, konnte ich leider keinen kleinen Erdenbürger vorweisen um die Passform zu checken. Allerdings nähte ich trotzdem eine Hose, denn gerade sind so viele Babys im Anmarsch. Nicht nur im Internet rund um mich her, auch in unseren lokalen Presse stand, dass es dieses Jahr einen Babyboom im Kreis gibt.


Diese Hose kann man wie die Herzblut, die ich Euch schon hier oder hier gezeigt habe auf unterschiedliche Arten nähen und somit hat man mit einem E-book gleich viele unterschiedliche Hosenvarianten.



Die Hose war schon lange fertig, doch nur ne Hose wollte ich nicht verschenken, auch wenn das Baby schon geschlüpft war, kam mir echt keine Nählust und ohne Freude kommt nichts Schönes bei raus. Kurz vor den Ferien in diesem ganzen Stress kam die Lust zurück, die Zeit fehlte aber. So nähte ich meine erste Knotenmütze aus dem Freebook von Klimperklein.

So reiste das Set endlich zu einem kleinen Menschen, der sicher genau so ein wundervolles Herz hat wie die Isländer bei der EM, denn er ist in eine wundervolle Familie hineingeboren worden.



E-Book: Babyherz von rosarosa
Freebook: Knotenmützchen von Klimperklein
Stoff: Jersey Wikinger von lillestoff
Bündchen: von buttinette
Fotos: JoLou

Montag, 18. Juli 2016

Abschied aus der Grundschule - ein Tränenmeer bei der Entlassungsfeier

Am Freitag war Louisas Grundschulabschied.
Wenn ich dachte Jolinas Abschied vom Kindergarten wäre emotional gewesen, dann bekam ich am Freitag echt die Gefühlskeule, zum Glück war meine Allergie so schlimm geworden mit entzündeten Augen, dass ich mich für das tragen meiner Sonnenbrille entschieden hatte. Sehr gute Entscheidung.


Um 10:15 ging das große Heulen los.
Bei idealem Sommerwetter waren für die 4. Klässer, die ja die Ehrengäste waren Stühle im Halbkreis im Schulhof aufgestellt, die Eltern standen mit Kameras und Taschentüchern dahinter.

Jede Klasse hatte etwas zum Abschied vorbereitet und einstudiert, von der ersten Klasse gab es nach der Vorführung diese Hand.


Es gab Lieder, kleine Theaterstücke und es wurde immer trauriger. Einige der Entlassschüler konnten die Tränen nicht mehr zurück halten und auch bei den Eltern war ein Schniefen zu hören.

Nach dem Vortrag der dritten Klasse flog dieser Luftballon in den Himmel, besonders schön und rund, wenn man sich 4 Jahre zurückversetzt und sich erinnert, dass die damaligen Erstklässer auch Luftballons hoch steigen ließen.

Dann sangen die Schüler der 4. Klasse zu Wir sind groß einen neuen Text.
Es gab keinen der Schüler, auch bei den coolsten Jungs, wo nicht die Tränen liefen, teilweise war der Liedtext vom kollektiven Schluchzen kaum zu verstehen und wir Eltern? Wir heulen mit.
Ich heule ja jetzt beim schreiben schon wieder....




So soll eine Klassengemeinschaft sein, natürlich gab es mal Streit, doch alle waren eine Einheit und alle liebten ihre Lehrerin Frau A. die sie die 4 Jahre mit liebevoller Strenge für ihre Zukunft vorbereitet hat.
2 Kinder kamen in de Klasse ohne ein Wort Deutsch zu können, beide haben kein Jahr wiederholt und beide haben ein tolles Zeugnis bekommen. Solche Lehrer sind ein Glücksfall und selten und ich weiß die großen Anstrengungen zu schätzen die es kostet Kinder aller Leistungsstufen gleichzeitig zu fördern und das eben individuell für den Schüler zugeschnitten.
Auch die Elternschaft hielt meist zusammen und wir feierten unseren Abschied am Donnerstag mit einem großen Grillfest und das Buffet sagte auch schon einiges aus über uns. Keiner hat sich lumpen lassen und besonders lecker ist, wenn es eine internationale Gemeinschaft ist, ein Nudelsalat war das einzig typisch deutsche.
Ein großer Teil der Kinder hat die Gymnasialempfehlung, so etwas schaffen engagierte Lehrer und wenn viele Eltern so wären wie wir, dann gäbe es auch mehr solcher Lehrer, denen ihr Beruf noch Berufung ist und Spaß macht.


D

Mit verweinten Augen nimmt Louisa ihr Abschlusszeugnis vom Direktor entgegen und noch ein Freundschaftbändchen das alle bekommen haben.


Von der dritten Klasse gab es auch noch diesen genialen Kuchen, den dann alle gemeinsam gegessen haben.


Ganz zum Schluss setzen sich alle nochmal in den Kreis (Jolina mit dabei auf Louisas Schoß) und der Erzählstein ging rum, jeder sagte was er zu den letzten Jahren sagen wollte und natürlich kullerten da schon wieder die Tränen.
Ein Satz von Frau A. war wunderschön. Als alle in der ersten Klasse begannen fragten die Kinder: "Hast Du Kinder Frau A.?" und sie antwortete: "Ja, 21. Ihr seid alle meine Kinder und ihr seid mir so wichtig und wertvoll als wärt ihr meine richtigen Kinder."
*Heul*

Ich wünsche allen Kindern schöne Ferien und danach eine Klassengemeinschaft wie sie die die letzten 4 Jahre hatten.

Sonntag, 17. Juli 2016

Sonntagskino: Väter sagen ja - in Gedenken an Cord Groß

Ich weiß noch, plötzlich war er da, jedenfalls für mich.

Da war ein Mann auf dem Traktor und der Slogan "Väter sagen ja"
Dieser Mann auf dem Traktor war Cord Groß und die Aktion richtete sich vor allem an Väter sich doch zu ihrem Kind mit Down Syndrom zu bekennen, geboren und ganz wichtig auch ungeboren.

Ein kurze Zeit wurde die Aktion immer wieder auch in der facebook Gruppe Down Syndrom Deutschland (für die ich ja als gute Seele und schimpfende Gruppenmama verantwortlich zeichne) geteilt.
Da ich schon auf gefühlt zu vielen Hochzeiten tanzte überließ ich diese Aktion aber den Vätern, bin ja Mama ;-)

Ruhig war es in letzter Zeit um "Väter sagen ja" und diese Woche erfuhr ich dann, dass Cord von uns gegangen ist.

Ich wünsche der Familie viel Kraft und Hände die sie tragen.
In erinnerung an Cord und seine Aktion ein Video von seinem YouTubeKanal und ein Beitrag in der WDR-Mediathek von dem ich allerdings nicht weiß wie lange er noch online steht.






Den Beitrag in frauTv findet ihr hier: klick

Samstag, 16. Juli 2016

Rezension: Das magische Fenster im Bild von Jolanta Lieser

Heute habe ich wieder ein Kinderbuch im Gepäck und bedanke mich ganz herzlich bei der Autorin Jolanta Lieser die mir das Buch mit ganz lieben Worten überlassen hat.



"Kaya kommt wieder frustriert von der Schule nach Hause und befürchtet, dass die Ferien langweilig werden.....Ihre Eltern sind wie so oft nicht im Hause und als sie wieder einmal alleine ist, entdeckt sie im Wohnzimmer an der Wand ein Bild, welches zugleich das Tor in eine andere Welt ist.

Und damit beginnt eine spannende Reise in der Kaya die Hauptrolle spielt. Die Ferien werden alles andere, nur nicht langweilig...."

So der Text auf dem Buchrücken und um die Langeweile dreht sich auch viel, nur verraten will ich ja nicht alles.

Erst einmal zum Buch. Es ist ein Hardcoverbuch mit 172 Seiten in recht großer Schrift. Die 5 Kapitel handeln je von einer Reise in das magische Land im Bild und sind nochmals in Unterkapitel unterteilt. So ist dies auch für Kinder geeignet die noch nicht so lange am Ball bleiben beim lesen, oder auch beim Vorlesen hat man gute Möglichkeiten immer einen Break zu machen.
Zu Beginn jedes Kapitels befindet sich ein Bild passend zum folgenden Abenteuer.

Der Inhalt erinnert an eine Mischung von "Alice im Wunderland" und "Die unendliche Geschichte" und die phantasievollen Gestallten im Buch können durchaus mit diesen großen Werken mithalten, allerdings und hier kommt das was es etwas traurig für mich macht, das Thema und der Inhalt hätten zu mehr getaugt als nur zu einem Buch für Kinder, selbst für Kinder ab 10 die im lesen recht gut entwickelt sind ist das Buch zu einfach gehalten.

Als Erwachsene lese ich auch gerne mal Jugendbücher, zB "Die Unendliche Geschichte" oder "Der kleine Hobbit" sind nicht für Erwachsene gedacht, aber durch den Schreibstil auch wundervolle Erwachsenenbücher. Wer also hier ähnliches erwartet, wird enttäuscht sein, es ist wirklich ein reines Kinderbuch.

Die Sprache ist einfach gehalten und die Sätze überschaubar. Auch die Spannungsbögen sind recht kurz und lösen sich innerhalb weniger Seiten auf. Da das Buch nicht zu lang gehalten ist und Kinder dadurch auch bei der Stange bleiben sind Einzelheiten nicht sehr bildhaft und ausführlich umschrieben, so bleibt den Kindern aber auch mehr Freiraum für ihre Fantasie, dass ich lieber komplett ins Buch gezogen werde ist hier persönlicher Geschmack, der nichts mit dem Inhalt zu tun hat.

Mir fällt es schwer eine Altersempfehlung auszusprechen, ich werde jetzt das Buch an meine 10jährige Tochter weitergeben und bin gespannt was sie sagt, denn sie liest schon weit dickere Bücher aus der Jugendbuchschiene und ihre Schulfreundin verschlingt Harry Potter, deshalb denke ich kann man als Vorlesebuch schon mit 5 Jahren anfangen und max. 9-10 jährige werden noch Spaß daran haben.

Die Idee des Buchs ist wundervoll und auch der Feind im Buch ist sehr gut ausgedacht und hat viel mit der Hauptdarstellerin zu tun, ob dies die Kinder jedoch am Ende merken weiß ich nicht.

Auf jeden Fall rettet Kaya das Land im Bild genau so wie Fantasien einmal vor dem Nichts gerettet werden muss und natürlich geht es gut aus, so viel verrate ich.

Fazit: Ein zauberhaftes Buch für kleinere Kinder und Leseanfänger das endlich mal nicht um sprechende Bären oder ein Mädchen mit Zöpfen und Ringelpulli geht (ja, nach zwei Töchtern bekommt man glaube ich als Mutter bleibende Schäden), auch wenn die Hauptfigur ein Mädchen ist werden auch Jungs in die Abenteuer mit abtauchen und gespannt sein wer versucht das Land hinter dem Bild zu zerstören.


Mittwoch, 13. Juli 2016

Kindergartenabschied: Geschenke, Tränen, Feierstunden

Heute ist es also passiert, Jolina hatte ihren letzten Kindergartentag.

Es war ja immer noch ein bisschen Zeit bis es so weit sein sollte und nachdem sich in letzter Zeit die Termine so häuften lebte ich eigentlich täglich von Termin zu Termin, arbeitete einfach alles Stück für Stück ab und plötzlich, als hätte man nur kurz gezwinkert war es dann auch schon vorbei mit Jolinas Kindergartenzeit.

Heute im Gottesdienst ging es um Pippi und um das Sachensuchen,
besser hätte es nicht zu Jolina passen können, sie liebt Pippi (wer nicht?)

Am Dienstag feierte Jolina in ihrer Rabengruppe den Abschied mit einem Frühstück, dafür habe ich einen großen Fantakuchen gebacken und mit ein paar Schlümpfen verziert, denn die Schlümpfe findet Jolina im Moment auch ganz toll und würde die DVDs non Stopp schauen.
Am Montag fragte ich sie nach einer Farbe und sie meinte: "Blau! Schlümpfe auch blau."
Wer kein Kind mit Entwicklungsverzögerung oder geistiger Behinderung hat, kann wahrscheinlich nicht nachvollziehen, wie sehr man such über diese Transferleistung freut, ich staunte zuerst und freute mich dann.



Da ich am nächsten Tag Jolina selbst in den Kiga fahren würde und auch wieder abholen, war nach dem Abschiedsfest im Kindergarten der erste schwer Kops zu bewältigen, der Abschied von der Busfahrerin.
4 Jahre war Frau K. meine Verbindung in den Kindergarten, meine Augen, meine Ohren.
Sie war nicht nur einfach eine Fahrerin, sie berichtete mir von Jolina wie sie in der Außenanlage tollte, was sie mit ihrer Freundin so anstellte und manchmal auch den neuesten Kitatratsch, das was ich als Mutter eines Fahrkindes ja nicht mit bekam.

Frau K. kümmert sich um die Kinder im Bus als seien es die eigenen, schimpft auch mal, putzt Nasen und spielt jedesmal Osterhase oder Weihnachtsmann für die Kinder im Bus.

So gute Busfahrer kann Jolina in der Schule gar nicht bekommen, denn es ist nicht zu toppen.


Wir haben dann (am Montag *hüstel*) die Abschiedsgeschenke gebastelt.


Die Utensilios hatte ich noch in meiner Kiste mit genähten Geschenken und Kleinigkeiten.

So bekam die Kitagruppe und die Fahrerin je ein Utensilio mit Füllung und die Logopädin Dankeschönschokolade.


Die Schokolade habe ich mit neuen Banderolen versehen, die Texte vorher am PC geschrieben, damit man es auch lesen kann, mit meiner Schrift könnte ich Preise für die schlimmste Sauklaue gewinnen.

Vorne und innen je ein Bild von Jolina  und dann innen "Danke für..." um die Schokoladen habe ich dann individuelle Texte gewickelt wie: Tränen trocknen, Windel wechseln, Lieder singen, die besten Autoschläfchen, Extrarunden.....

Die Banderolen hat Jolina übrigens selbst vorher noch bemalt wie man oben auf dem Foto sehen kann.

So sieht der Inhalt für die Kita aus


...und ja ich habe tatsächlich die m&ms farblich aussortiert
(mit Handschuhen an)


Für die Busfahrerin gab es auch noch einen Schlüsselanhänger aus eigener Produktion

Ich hoffe die Vorfahrtspillen helfen auch


Am Dienstag kam Jolina also von ihrem letzten ganz "normalen" Kitatag zurück, mit einem Wechsel T-Shirt das in der Schublade liegend zu klein geworden war und einer wunderschönen Sonnenblume die größer war als das ganze Kind.
Konnte man gestern schon bei 12von12 bewundern.


Zusätzlich hatte sie noch diesen mega süßen gebastelten Schulranzen in ihrer Tasche mit Gummibärchen drin.


Heute Morgen war dann der vorerst letzte Termin in der Logo, denn jetzt ist erst mal Schule dran und zu viele Therapien wären jetzt wirklich unangebracht für Jolina.
Der Abschied fiel Jolina sehr schwer, sie konnte sich kaum von Frau H. lösen. Doch wir kommen ja wieder, irgendwann, wenn ich genügend Baustellen an der Sprache gesammelt habe die wir dann angehen werden. (Nicht dass jetzt nichts mehr zu tun wäre ;-) )

Dann um 11:00 hatte ich noch ein Abschlussgespräch in der Kita, ja man machte es uns nicht leicht und dann heute Mittag der Abschiedsgottesdienst für die Kita- und Hortkinder.

Ich hatte mich breit schlagen lassen im Elternchor mit zu singen.
Jetzt hatten wir das Lied ja schon ein paar mal geübt und es hörte sich wunderschön an und nie hätte ich gedacht, dass ich heulen muss.
Nicht denken!!!!
Ich stand da also in der ersten Reihe und sang meinen Text und machte dann einen Fehler, ich dachte: "Ach den Refrain kannst du auswendig, schau doch mal strahlend ins Publikum und nicht immer nur auf dein Liedblatt."
Fehler!
Ich sah die ganzen Menschen und die Tränen liefen, Mist, ausgerechnet ich, egal, war nicht mehr zu ändern *schnüff*



Jolina stand natürlich nicht wie Mama in der ersten Reihe sondern hinten, als Kleinste der ganzen Bande sah man sie natürlich nicht. Ich habe dann trotzdem nachdem die ersten Kinder weg waren ein paar Bilder von ihr machen können.
Und ich möchte sie auch zeigen, damit man sieht, dass sie mitten drin ist, Inklusion die funktioniert.


Und jetzt schaut ihr Euch mal Jolinas Oberteil an und dann klickt ihr auf diesen Post.
Es ist das Oberteil, denn ich hatte damals dem kleinen Jolinchen ein Oberteil Gr. 116 einfach als Kleid angezogen und heute trug sie es seit dem das erste Mal wieder.

Jetzt noch etwas das mir am Herzen liegt.
Die Kollekte ging dieses Jahr an die Familie eines Jungen der mit den anderen Kindern vorne in der Kirche stand um seinen Kindergartenabschied zu feiern. Mattes Welt steht auf dem Kopf und die seiner Eltern mit, warum könnt ihr am besten hier auf der Seite lesen und vielleicht habt ihr ja gerade ein paar Euro übrig.


Das letzte Bild ist stellvertretend für ganz viele Umarmungen heute auch von mir und komisch, bei Louisa im Kiga wäre ich nie auf die Idee gekommen ihre Erzieherinnen zu umarmen, obwohl ich die jeden Tag gesehen hatte, aber hier ist alles doch eine Spur anders, emotionaler und hat eher den Geschmack von "Jetzt ist es vorbei"




Jetzt ist Jolina also tatsächlich kein Kindergartenkind mehr.

Morgen dann der Abschied von den beiden Pädagoginnen im PEp und am Freitag Abschied bei Louisa in der Grundschule.

OMG ich sollte noch Papiertaschentücher kaufen.