Montag, 31. August 2015

Ein Tag in Alkmaar

Was macht man, wenn es im Urlaub ein bisschen regnerisch wird?

Dann setzt man sich ins Auto und fährt irgendwo hin, also beschlossen wir an einem Regentag im August 2015 von Makkum rüber nach Alkmaar zu fahren.

Hatten wir uns 2014 noch gar nicht auf die andere Seite des IJsselmeers begeben fuhren wir dieses Jahr über den 32 Kilometer langen Damm zwischen Nordsee und IJsselmeer Richtung Amsterdam.

Wir suchten uns allerdings einen Tag ohne Käsemarkt aus, wäre zwar ganz nett anzuschauen, aber die Stadt und die Parkhäuser wären sicher auch etwas voller gewesen.


Wir wurden sofort von einem Regenguss begrüßt, der dazu taugte einen trotz Regenjacke oder Schirm von oben bis unten zu durchnässen, also enterten wir sofort eines der gemütlichen Lokale der Stadt und da es erst 11 Uhr war hatten wir Lust auf Kuchen und noch nichts "Richtiges"


Louisa gönnte sich die Schokodröhnung mit Chocomel und einem Schokokuchen, ich war mal mutig und probierte Apfelkuchen, den es ja überall in den Niederlanden gibt. Der hier war suuuper lecker.


Alkmaar ist ein schönes Städchen, mit vielen Läden und engen Gässchen und Häusern die für mein Auge typisch Niederlande sind.

Beim nächsten Regenguss waren wir gerade in der Höhe von einem Hema - ach was liebe ich diesen Laden, ich gestehe, so viel Tüddelkram, den es bei uns im Naheland nicht gibt, jedenfalls nicht so geballt.




Alkmaar hat auch Grachten, was liebe ich diese Kanäle mitten durch die Städte.



Auf der Suche nach dem Room7 Outlet, das mir ans Herz gelegt wurde kamen wir auch am Käsemuseum vorbei und natürlich auch am berühmten Käsemarkt, nur heute eben ohne Käse.


Manche Gassen waren so eng, dass zwei aufgespannte Schirme nicht aneinander vorbei kamen, eigentlich gemütlich, aber nicht bei Regen, menno.


Auch wenn bei Sonnenschein alles viel netter und bunter aussieht hat selbst bei Regen dieser Ort einen sehr eigenen Charme, dem ich auch erlegen bin.

Hier muss ich unbedingt noch mal her, bei trockenem Wetter auf einen Chocomel in einem Straßencafé.


Wir haben in diesem Urlaub beschlossen keinen Buggy für Jolina mit zu nehmen, uff.
Leicht ist das nicht, das kann ich Euch sagen. Jolina hat nicht wirklich viel Ausdauer, shoppen oder bummeln ist ein Horror für sie und eine Städtetour findet sie wahrscheinlich mega langweilig.

Jolina musste die ganze Zeit beim Papa an der Hand bleiben, zog und zerrte und war gar nicht gut drauf, das verbesserte Papas Laune natürlich auch nicht.

Aber mit 6 sitzt man einfach nicht mehr im Buggy, das müssen wir einfach durchziehen, auch wenn es für uns ätzender ist als für Jolina.



Durch die Straßen von Alkmaar zog sich ein Jahrmarkt mit Fressbuden und Fahrgeschäften, da der Papa allerdings keine Lust mehr am Schluss hatte, durfte Louisa auch nix fahren, arme Maus, hat sie doch schon den großen Kreuznacher Jahrmarkt wegen dem Urlaub verpasst.


Schön bunt, oder?



Beim nächsten Regenguss trieb es uns dann doch ins Käsemuseum hinein. Das ist jetzt nicht wirklich groß, oder die Sehenswürdigkeit schlecht hin, aber die Kinder hatten Spaß an den vielen Bildschirmen und ich fand das Gebäude toll.


Man hat sogar einen Blick hinunter zum Käsemarkt.








Ab und zu ein Blick nach draußen ob es schlimm regnet.



Am Schluss musste noch ein typisches Touristenbild gemacht werden, wenn das Ding schon da steht.


Manche Ecken verkleiden sich sogar als Venedig.





Der Tag in Alkmaar hat uns gezeigt, dass wir auch dieses Jahr nicht nach Amsterdam fahren werden, es würde keinem von uns Spaß machen so lange Jolina nicht ein wenig "friedlicher" mit uns mit läuft, wir werden es einfach weiter probieren, im Kleinen und uns dann weiter steigern.

Hier in Friesland gibt es ja noch schöne Sachen zum anschauen und zum bummeln und da muss man auch laufen.

Wir werden natürlich berichten.


Auf dem Heimweg machten wir kurz Halt am Aussichtspunkt des Abschlussdeichs zwischen IJsselmeer und Nordsee.
Ein wirklich bombastisches Bollwerk gegen das Wasser.
Ihr seht rechts etwas höher die Nordsee uns links unten das IJsselmeer.



Wenn die eins wirklich gut hier können, dann ist das Deiche bauen und Land gewinnen, schon spannend.



Wer hätte gedacht, dass ich so ein Hollandfan werden würde. Jetzt hab ich es einmal geschrieben, hihi, denn natürlich sind wir hier nicht in Holland, sondern in den Niederlanden und zwar in dem Teil der am liebsten Friesland genannt wird.

Es gibt hier so viel zu sehen, die Menschen sind nett und die Unterkünfte sind mit 4 Leuten in den Ferien noch bezahlbar auch wenn das Leben ein wenig teurer ist als bei uns in Deutschland ist das 2 Wochen mal gut zu verkraften und für 14 Tage Malle hätten wir locker das doppelte oder dreifache hingelegt, was wir schlicht weg gar nicht könnten.

Das Wetter ist wie an diesem Tag nicht immer Sonne satt, aber dafür gibt es unbeschreiblich grüne, saftige Wiesen.

Ihr merkt, wir werden wohl wieder kommen.


Herbstkind Sew Along 2015 - Die Zweite

Ich bin dabei und es geht los ... 
Welchen Stoff wähle ich ? .. Welchen Schnitt ?
Was brauch ich sonst noch ? ... Brauch ich vielleicht Anregungen & Ideen ...



Ich bin tatsächlich immer noch bei der Stange

und ich hab mir Gedanken über den Schnitt gemacht, zuerst wollte ich ne Kapuzenjacke nähen, doch nun wird es in einem Anfall von Wahnsinn eine Jacke (oder 2) aus Softshell, hab ich noch nie vernäht, doch ich liebe Herausforderungen, wisst ihr ja hihi.

Ich hab meinen Laptop mal nach vorhandenen Jackenschnitten und Karteileichen durchsucht und das hier gefunden. Die Frage ist jedoch, gefällt mir der Schnitt oder doch die Punkte?


Die Übergangsjacke von lillesol & pelle  Ich gestehe ich hab von denen noch nie etwas genäht, also Premiere Nr. 2, ach was bin ich wieder mutig tollkühn.

Reißverschlüsse hab ich auch gleich 2 mitbestellt und mit Verzierungen muss ich ja vorsichtig sein, wegen Wasserdicht usw, zusätzlich überlege ich ob ich doppeln muss, weil mein Stoff wohl eine Kuschelseite hat, mal sehen wenn er kommt.
Kam Snaps hab ich ja in rauen Mengen zu Hause, da wird schon was dabei sein.

Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen.

Mehr Ideen in der Sammlung bei nEmadA

Samstag, 29. August 2015

Freebook Erweiterung für rosarosas Elea und Eleana

Juhu, es gibt mal wieder eine kostenlose Erweiterung zu einem, oder eher zwei Schnitten von rosarosa.

Freebookalarm!!!!

Genäht habe ich das schmale Rückenteil, für die Elea, also die Kinderversion, da schmale Schnitte Louisa einfach besser stehen und nicht für mich, da mir schmale Schnitte nicht passen, hihi, ich liebe die Eleana mit dem Hinternumschmeichelnden weiten Rückeneinsatz, yeah!

Sehen könnt ihr das hier oder hier und Louisas weite Elea hier.

Noch immer ist Sommer, doch dieses "noch" sagt uns schon, bald wird es wohl etwas ungemütlicher und daher wurde meine Elea ein Herbstshirt aus traumhaftem Sweat von Alles für Selbermacher.

Die anderen Werke des Probenähens könnt ihr Euch übrigens bei Christina im Blog ansehen.



Ach ja, Mintgrün war auch mal eine meiner Lieblingsfarben, wobei bei pastell muss man immer aufpassen nicht in den Schlafanzuglook abzurutschen.


Zusätzlich darf es für Louisa auch nicht mehr all zu niedlich sein, da hat man schon Angst, dass sie den aufgenähten Pandakopf to much findet.



Aber nein, ich denke man sieht es, Louisa liebt das neue Herbst/Winterteil.


Ich habe eine Nummer zu groß genäht (seht ihr sicher) aber dieses Kind ist im Moment ständig mit wachsen beschäftigt, was ja im Prinzip nicht übel ist, nur schade für manche Kleidungsstücke im Schrank.



Wenn man eine Weile in diesem Nähzirkus mit mischt, dann hat man auch Wegbegleiter und auch deren Kinder werden ständig größer und erwachsener, wie kann die Zeit nur so rennen?



Für die Fotos haben wir uns dann auch den letzten Strohballen auf dem Feld geschnappt und weil das Licht am schwinden war reichte es auch nicht mehr zum bügeln, ich hoffe ihr werdet mir die Knitterbilder verzeihen. Ich finde schöne Fotos sind eh der einzige Grund zum bügeln von Shirts, ja, ich weiß, ich bin ne schlechte Hausfrau, steh ich zu.


Und ich bin Stoffsparbrötchen, wisst ihr ja. Dieses Mal hab ich echt an die sich küssenden Streifen gedacht und dann sind diese Streifen aber so breit und der Stoff so schön und kostbar, dass man nicht gerne nur für die Optik ein paar cm verschenkt. Ich hab einfach beschlossen, ich mache mal küssende Streifen der anderen Art, geht doch auch, oder?



Das Shooting mit Louisa war wieder so unkompliziert, wobei natürlich schwierige Gagenverhandlungen voraus gingen. Es gab 2 Schokoriegel mit Erdbeer.



Die hat meine Tochter gleich mal Kalorientechnisch abgehüpft.



Im Hintergrund seht ihr das was wir jeden Tag sehen, unser wunderschönes Naheland mit den Weinbergen.



Ich glaube Elea könnte einer meiner neuen Lieblingsschnitte werden, denn damit kann man kleine Streichelstoffstücke wunderbar in Szene setzen.






Wenn ihr Elea oder Eleana noch nicht habt ist das ein Grund sich die Schnitte mal näher anzusehen, sind wirklich wieder gut durchdacht und perfekt zu nähen.



Mit dem Shirt könnte der Herbst ja kommen,
aber wir warten gerne noch ein wenig.



genähte Größe: 146
Model: Louisa
Fotos: JoLou






Freitag, 28. August 2015

Ich suche Dich

Ja!

Dich!

Ich werde im Oktober wieder 31 for 21 bloggen.
Also 31 posts im Oktober, jeden Tag einen.

Wie letztes Jahr möchte ich auch Gastbloggern eine Möglichkeit geben etwas zu veröffentlichen.

Was kann das sein?

Es könnte Eure Geschichte sein mit einem "besonderen Kind" Eurem eigenen, Schwester, Nichte, Neffe, Patenkind usw usw

Es könnte ein Tipp sein was man besonders gut mit behinderten Kindern unternehmen kann, oder Urlaubsorte wo man besonders willkommen ist.

Es könnten einfach wunderschöne Bilder von Euren Schätzen sein, die ihr gerne der Welt zeigen mögt.

Es könnten Gedichte von Euch verfasst sein, oder evtl. ein Lied.

Es könnte also auch ein You Tube Beitrag sein.

Entweder anonym oder auch mit Eurem Namen, das ist Euch überlassen, nur sollte dieser Beitrag, das Video oder Gedicht Euer geistiges Eigentum sein und auch noch nicht woanders veröffentlicht sein (bei einem Video zählt das natürlich nicht)


Wie könnt Ihr Euch bewerben?

Bewerben hört sich wirklich doof an, ich nenne es sann mal melden, wobei natürlich ist dies unser Blog und Texte hinter denen wir nicht stehen können werden hier auch nicht veröffentlicht, man hat ja schon einiges erlebt im www.

Schreibt mir einfach eine mail an JoLouShop(ät)web(Punkt)de
oder eine PN auf die facebookseite dieses Blogs: https://www.facebook.com/JolinasWelt


Ich bin gespannt was ihr wieder für Perlen für mich habt.

Ich freu mich drauf.

Mittwoch, 26. August 2015

Die warme Umarmung einer virtuellen Menschentraube

Was die letzten 2 Tage passiert ist kann ich selbst kaum glauben.

Ich habe Euch im Blog einfach mein Mutterherz ausgeschüttet und noch gedacht: "Gehört das in die Öffentlichkeit? Sollst Du das schreiben?"

Niemals hätte ich gedacht welche Wellen mein Post schlägt.
Innerhalb 12 Stunden war er der am 2. meisten angeklickte Post meiner über 600 Einträge und da sind auch einige dabei, die sehr oft gelesen wurden.

Ihr habt es geteilt, mich getröstet, mitgefühlt, Tränen vergossen, mein Verhalten gelobt.

Es tut so gut, zu wissen, dass es Menschen da draußen im realen Leben gibt, die nicht wegsehen würden und die Jolina eine Hand reichen würden.

Und vielleicht haben auch Eltern diesen post gelesen und darauf hin mit ihren Kindern über dieses Thema gesprochen, das wäre einfach wundervoll.

Ihr habt mir so viele liebe Worte geschrieben hier im Blog und in facebook, ich kann nur ganz einfach und schlicht "Danke" sagen, denn das was ich fühle kann ich nicht in Worte fassen die dem gerecht würden.

Jolina war am nächsten Tag wieder fröhlich auf einem Spielplatz, nur nicht dort, denn da will die Mama im Moment noch nicht wieder hin.


Ich gebe die Hoffnung nicht ganz auf, dass die Welt vielleicht doch noch ein besserer Ort werden kann als sie das gerade an vielen Stellen ist, denn das was Jolina im Kleinen passiert ist, das passiert jeden Tag im Großen.

Seht einfach nicht weg und reicht denen die Hilfe brauchen Eure Hand.





Ich habe mich mal bei J.R.R. Tolkien bedient:
“There is some good in this world, and it's worth fighting for.”







Montag, 24. August 2015

Bespuckt, Ausgeschlossen und Gejagt

So ging es heute Jolina beim spielen am Strand.

Genau ein Jahr liegt nun dazwischen, dass wir das letzte Mal hier waren und uns fällt auf welche Entwicklung Jolina doch hingelegt hat. Noch gestern unterhielten wir uns darüber wie sie inzwischen gewisse Dinge angeht oder meistert. Richtig stolz waren wir auf unser großes Mädchen.

Natürlich ist sie nicht auf dem Stand einer 6, 5 jährigen, doch jedes Pipi ins Klo und jeder Satz der grammatikalisch schon sehr viel Schönes hat macht uns unendlich glücklich und stolz.

Wie immer wenn es einem mit etwas so richtig gut geht kommt das Schicksal um die Ecke um einen kleinen Seitenhieb auszuteilen.

Der Vormittag verbrachten Jolina und ich richtig schön gammelig in Schlafkleidern fast bis zum Mittag und ich freute mich wie schön sie sich selbst beschäftigen kann, wobei aber auch mal ne DVD lief, wenn Papa und Schwester schon Spaß beim Surfen haben, soll es uns ja auch gut gehen.

Am Nachmittag beschlossen wir mit zum Strand zu gehen, denn das Wetter wurde wieder richtig schön und nahe der Surfschule steht Jolinas Lieblingsklettergerüst.



Als wir ankamen hatte ich bei den 3 Kindern die da spielten gleich ein schlechtes Gefühl. Hört sich jetzt verrückt an, ich bin ein Mensch der Schwingungen sehr schnell aufnimmt und mein Bauchgefühl was Menschen betrifft hat sich selten geirrt und man kann es an einer Hand abzählen, wie oft ich meine Meinung über einen Menschen ändern musste, weil ich mich geirrt hatte.

Da waren also diese Jungs und ein kleines Mädchen. Ich platzierte mich auf einer Mauer, etwas weg vom Spielgerät, ich konnte alles überblicken und zur Not lossprinten, wenn Jolina auf irgendwelche dummen Gedanken käme. (Ist ja nicht so, dass sie noch nie weggelaufen wäre)

Als erstes bemerkte ich das Getuschel.
Jolina ging wie es ihre Art ist auf das Mädchen zu und lud es mit freundlichen "Hallo" zum Mitspielen ein, die fand Jolina aber wohl nicht so toll.

Jolina begann ihre Runden zu drehen und dann ging es los. Oben an der Rutsche fragte einer der Jungs: "Wo ist denn deine Mama?" warum er das fragte weiß ich jetzt, Jolina zeigte vage in meine Richtung, das hätte aber auch der Campingplatz oder die Surfschule sein können.


Dann folgte ein Geräusch, dass ich als Spucken gedeutet hätte, aber ich sagte mir "Nein, das war etwas anderes, ein Niesen vielleicht. Der würde doch nicht auf mein Kind spucken."

Sie ließen Jolina nicht in Ruhe rutschen und spielen und dann sah und hörte ich es genau. Jolina musste sich wieder am kleineren der zwei durchdrücken und er spuckte auf sie.

Spucken ist ja etwas, da brennt bei mir die Sicherung durch. Es verletzt das Ehrgefühl mehr als ein Biss, Schlag oder Schubser. Spucken ist absolut ekelhaft, überschreitet persönliche Grenzen und unhygienisch ist es noch dazu. Mich hat zum Glück noch nie jemand angespuckt, denn ich glaube danach hätte ich eine Anzeige wegen Körperverletzung am Hals, denn auch winzig kleine Frauen können ganz schön böse werden.

Ich finde Eltern, die sich immer in die Angelegenheiten ihrer Kinder einmischen ja nervig, doch in dem Moment, musste ich handeln.

Also rief ich in dem Ton den meine Töchter schon kennen, der andere Kinder stramm stehen lässt und der eigentlich eher auf den Kasernenhof gehört rüber: "Hast Du gerade eben gespuckt?" Er erstarrt und nuschelt ein "nö" - "Mein lieber Freund, ich warne Dich, wenn ich das noch einmal sehe oder höre, dann stehe ich auf!"

Ich bin seit über 9 Jahren Mutter meine Rhetorik ist geschult und meine Drohungen sind nie so, dass ich sie nicht umsetzen könnte.

Ich sah den Burschen erstaunt erstarren, er ist wohl so etwas nicht gewöhnt.
Klar, "Arschlochkinder" entstehen nicht alleine durch üble Gene, sie entstehen unter anderem durch Nachahmung und durch falsche oder fehlende Erziehung.
Diese Jungs hatten ein Opfer gefunden, kleiner und offensichtlich behindert, da konnte man doch so richtig auf die Kacke hauen und starker Mann spielen, dumm dass dieses Opferkind eine Mutter dabei hat, die wie ein böser Drachen Feuer aus den Augen sprühen kann.

Jolina spielte weiter und die Jungs positionierten sich an einer Rutsche die ich nicht so gut einsehen konnte, warum musste Jolina dann genau diese Rutsche nehmen? Weil sie doch gerne mit anderen spielen möchte, doch dann hörte ich sie etwas rumnöhlen, weil man sie wohl mitten im Rutschen anhielt, oder was auch immer.

Ich schaute starr hinüber und der kleiner Junge, dem ich schon angedroht hatte aufzustehen, schaute immer wieder panisch unter dem Gestänge durch ob ich auch was sehen konnte. Genau sah ich nichts, aber mein böser Blick schien sie in die Flucht getrieben zu haben.

In seiner Fantasie spielte er wohl durch was passieren würde wenn die kleine Frau da von der Mauer aufstehen würde und das war tausend Mal schlimmer als wenn ich eine konkrete Sache angedroht hätte.

Beim Rückzug, quälten die beiden Jungs nochmal das kleine Mädchen in ihrer Begleitung, das, dann weinend hinterhertrottete.

Ich hatte eine großen Klumpen im Magen - oder war es eine Faust die sich um mein Mutterherz krampfte?
Ich kann nicht immer für mein Kind da sein und Arschlochkinder gibt es überall und die werden dann zu erwachsenen Arschlöchern.

Was Jolina dabei empfunden hat kann ich nicht sagen, ich fragte sie "Hat der Junge nach dir gespuckt?" - "Ja, spukt!" Sonst bekam ich nichts aus ihr heraus, sie kann ihre Gefühle leider immer noch nicht in Worte fassen und demnach kann sie mir auch nicht erzählen wenn ihr mal jemand Unrecht antut. Eine meiner großen Sorgen.



Jolina spielte fröhlich weiter und nachdem ich ihr den Weg zeigte schaffte sie sogar an dieser Kletterhilfe auf den Bildern hoch zu klettern. Ein neuer kleiner Meilenstein, eigentlich juhu, wenn da nicht dieser Klos noch wäre.

Vorher hing sie immer fest und jammerte "Helfe! Helfe!"
Und jetzt weiß sie wie sie rüber kommt..



Dann kamen die nächsten Kinder. Einige Jungs und ein kleines Mädchen, aber in erwachsener Begleitung.
Jolina wollte wieder mit dem Mädchen spielen, doch plötzlich nahm das Spiel auf dem Klettergerüst eine seltsame Wendung.
Zum einen hetzten die Jungs sie vor sich her, Jolina rannte und wurde gejagt, aber sie sah es glaube ich als Spiel, doch ich sah, dass es an ihre Grenzen ging, sie musste zu schnell rennen und klettern um den Jungs zu entkommen, dann wurde sie "eingesperrt" oben einer unten einer, puhh, das gefiel mir gar nicht, das Spiel war nicht schön, doch ich wollte nicht eingreifen, denn Jolina begriff entweder nicht was da passierte, oder ignorierte es um mit anderen spielen zu können und fügte sich daher in die Opferrolle. Wenn sie mal entkommen war rief das kleine Mädchen "Da ist sie!" - klar die hatte sie auf die Seite der Stärkeren und ihrer Freunde geschlagen.




Dann stand aber die Mutter von einem oder zwei der Kinder auf, pfiff sie alle zu sich und erklärte in strengem Ton, dass das so nicht ginge. okay, sie hatte es also auch bemerkt und ich sah keine Gespenster.
"Aber wir wollen Polizei spielen." Die Mutter erklärte, dass man andere erst fragen muss ob sie mitspielen wollen bevor man sie hetzt und ärgert.

Ich war auf der einen Seite froh, dass ich nicht tätig werden musste, aber muss ich das wenn mein Kind nicht offensichtlich traurig über die Situation ist, aber die Situation einfach aus der Sicht von großen Menschen nicht okay ist?
Ich fragte mich, ob die andere Mutter mich für eine schlechte Mutter hielt weil ich so untätig nur beobachtete. Hat sie mir angesehen, dass ich auf dem Sprung war um mein Kind sofort zu retten?

Ich fühlte mich nur noch unwohl.


Ein neues Kind erschien auf der Bildfläche, noch sehr klein und in Begleitung seiner Mutter, wieder suchte Jolina sofort Kontakt und wollte mitspielen.



Am Ende spielte sie sogar mit den "Polizei"- Jungs und dem Mädchen kurz im Sand, aber es gab Streit um die Schippen, um den Sand (von dem echt genug da ist), um den Platz wo wer graben darf, es war alles andere als entspannt und keiner war glücklicher über die Regentropfen die Grund für einen schnellen Aufbruch waren als ich.



Ich weiß, dass mein kleines Mädchen behindert ist und ihr Weg kein leichter sein wird. Als Mutter macht man sich eh ständig Gedanken, aber solche Tage sorgen für neue Sorgenfalten.
Ich bin in den letzten Jahren extrem gealtert und das hat auch mit solchen Dingen zu tun, dass man sich nicht zurücklehnen kann und es einfach laufen lassen kann. Warum hatte ich ein Buch dabei? Ich würde mich niemals wagen auch nur eine Zeile zu lesen und meinen Blick abzuwenden.
Jolina ist ein Kind das immer 100% Aufmerksamkeit braucht, nicht weil sie ununterbrochen etwas anstellt, sondern weil sie ein sehr feines Gespür dafür hat wenn man mal nicht hinsieht, und diese Sekunden nutzt sie. Das haben wir schon öfter als einmal erlebt und es gibt auch Zeugen, die diese Aktionen selbst kaum glauben konnten. Dass ich jetzt auch noch 100% aufpassen soll, dass niemand Jolina unterbuttert kannte ich bisher nicht, da ich aber eh hinsehen muss, dass sie nicht weg rennt, kann ich das ja einbinden. Also "Warum zum Teufel hatte ich ein Buch mitgenommen?"

Jolina hat sich so toll entwickelt, eben in ihrem Tempo und viel, viel langsamer als andere, doch ich habe bisher noch nie erlebt, dass Jolina so in die Opferrolle gedrängt wurde und das gleich zwei Mal kurz hintereinander.

Jolina ist freundlich und lieb, versucht mit anderen zu spielen und dann passiert so etwas.

Wann hört es auf, dass es Kindern egal ist wie jemand aussieht und was er kann?
Die Aktion ging zwei Mal von größeren Jungs aus wurde aber von jüngeren Mädchen dann unterstützt. Keiner half Jolina, sondern jeder wollte lieber Teil der Gruppe sein die stärker ist.

Wir Menschen sind von Natur aus nicht gut, tut mir leid, auch Kinder nicht, es zählt wie im Tierreich die Regel, dass der Stärkere überlebt und mein Kind wird das nie sein, in keinem Bereich.
Das macht unendlich traurig. Natürlich gibt es auch andere Kinder/Menschen, die zu sozialen Wesen erzogen wurden und die dem Schwächeren gerne helfen, manchmal sogar ohne Rücksicht auf das eigene Wohl, aber sein wir mal realistisch, die gibt es weniger als die Mitläufer oder eben die Anführer.




Ich habe dann später mit Jolina versucht darüber zu erzählen, das einzige was sie erzählen konnte war, dass sie gespielt hat.

Ich möchte nicht, dass mein Kind ein Opfer ist, sie hat ja auch "Nein!" gesagt, aber mal unter uns, was nützt ein Nein schon, wenn derjenige schon als Opfer ausgesucht wurde und dem Nein nichts folgt als ein weiteres verzweifeltes Nein.